Es ist vielleicht schon etwas spät für diesen Post aber ich möchte trotzdem erzählen, was ich nach meinem Wochentrip Ende November gemacht habe, was das Jahr 2019 für mich bedeutet hat und was ich über das neue Jahr bzw. die neue Dekade denke.
Zum Anfang vielleicht ein kleines Update. Nach meiner Reise durch Westgeorgien bin ich dann schnell wieder auf Arbeit gelandet, wo ich dann auch endlich ca. 3 Wochen mit einer guten Menge von Arbeit verbracht habe. Zum Jahresende musste Weihnachtspost an die Partner von EthicFinance geschickt werden und auch die Projektfinanzierung für Sobissuri, die seit Oktober zur Verfügung steht, musste verplant und ausgegeben werden, sodass ich mich über wenig Arbeit nicht beschweren konnte. Zur Adventszeit hab ich die Wochenenden mit Anna und Lillian beim Plätzchen- oder Pizzabacken verbracht und seit Anfang Dezember haben Iva und ich eine neue Mitbewohnerin, Pisa, die Katze, die unsere Landesmentorin Megi im November auf der Straße gefunden hat und die ich nun adoptiert habe.
Am 20. Dezember ging es dann wieder Richtung Batumi (und ja Papa, ich war zumindest mit den Füßen im Schwarzen Meer) und am Tag darauf in unser „Weihnachtsquartier“ in Bakuriani im Kleinen Kaukasus, wo es zwar leider nicht genügend Schnee zum Skifahren gab, wir aber trotzdem eine schöne Woche Urlaub verbrachten.
Wanderung mit beißend kaltem Wind
Kukuschka, Schmalspurbahn zwischen Bakuriani und Borjomi
Schnee, leider erst am Abreisetag
Sylvester in Tbilisi habe ich dann mit den anderen Freiwilligen, die in der Stadt arbeiten verbracht, also nicht nur Brot für die Welt, sondern auch von den Freunden der Erziehungskunst, Act for Transformation und dem Arbeiter-Samariter-Bund. Das Feuerwerk in Tbilisi haben wir dann zusammen von halber Höhe am Mtatsminda bestaunt, von wo aus man einen weiten Ausblick über die Stadt hat und so die Raketenexplosionen von fast überall sehen kann. Ein Video des Feuerwerks habe ich auf Facebook gefunden und ist hier ansehbar: https://www.facebook.com/shermazana/videos/468752520490686/
Da es in Bakuriani keinen Schnee zum Skifahren gab, wurde das jetzt am letzten Wochenende im Skigebiet von Gudauri, etwa 2h nördlich von Tbilisi im Großen Kaukasus nachgeholt. Gudauri bietet spektakuläre Ausblicke auf die Berge in der Umgebung, wie den 5000er Kazbek, die auf jeden Fall die teilweise steinigen Pisten wettmachen. Auch in Gudauri fehlen halt noch ein paar Zentimeter Schnee.
Die Bergwelt des Großen Kaukasus
Kobi-Abfahrt
Blick auf den Kazbek
So viel zu meinen Erlebnissen der letzten Zeit aber was war 2019 für mich? 2019 hat für mich vor allem Veränderung bedeutet, ein Spiel zwischen Anfang und Ende, Ankommen und Weggehen mit meinem Abi im Sommer und dem anschließenden Wechsel zum Freiwilligendienst nach Georgien, etwas das ich seit Jahresanfang schon wusste, sodass ich mich, wie ich finde gut vorbereiten konnte. Mit diesen Veränderungen kommen natürlich auch Herausforderungen, bei denen ich aber das Gefühl habe damit zurecht zu kommen, sei es der Zeitvertreib in langweiligen Tagen nach dem Abi oder im Büro ohne Kollegen, eine neue Sprache zu lernen oder nicht jeden zweiten Tag Nudeln zu kochen.
Im Rückblick bin ich sehr zufrieden damit auch durch diese Veränderungen gegangen zu sein. Ich denke, sie haben mir Raum gegeben auch mich selbst zu verändern und nicht mehr mit Schulalltag festzuhängen.
Außerdem war 2019 nicht nur für mich ein bewegendes Jahr. Auf politischer Ebene war 2019 geprägt von Demonstrationen, die mir aber Hoffnung geben für das kommende Jahr und die Kommende Dekade, denn 2019 sind überall auf der Welt Menschen aufgestanden um für ihre Rechte, für mehr Klimaschutz oder gegen Soziale Ungerechtigkeit zu protestieren. Eine Demonstrationswelle, die Mut macht in den 2020er-Jahren positive Veränderungen anzustoßen, sei es die Bekämpfung von Armut und Korruption, die Verteidigung demokratischer Grundrechte oder die Einhaltung von Klimazielen. All diese Ziele benötigen Energie und Aufwand aber da das Jahr für mich gezeigt hat, das diese vielen Menschen am Herzen liegen bin ich recht zuversichtlich, dass eine positive Entwicklung möglich ist, auch wenn Regierungen mal wieder wenig erreichen wie zuletzt beim ergebnislosen Klimagipfel in Madrid.
Ich hoffe wir können die nächsten Jahre mit Toleranz, dem Glauben an Pluralität und Demokratie, Respekt und neuen und alten Träumen oder Zielsetzungen angehen.









Lieber Alwin, wir lesen alles mit großem Interesse. Du kannst sehr schön erzählen und dies gern weiter so machen. Georgien hat jetzt schon viel mehr ein Gesicht für uns bekommen. Danke. Hab weiter ne gute Zeit und Geschick, mit Allem gut klarzukommen. Wir grüßen Dich!
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